Jagdgesetz

Aus aktuellem Anlass (19./20. Juni 2020)

Mein Tweet vom 19. Juni 2020 über die abgestürzten Kühe in Obwalden hat einige Reaktionen ausgelöst. Es ist richtig, zum jetzigen Zeitpunkt - Samstag Nachmittag, 20. Juni - ist tatsächlich nicht erwiesen, ob der Wolf dafür verantwortlich ist. Mitfühlend mit dem Schicksal der Tiere und ihrer Halter sowie schockiert ob dem Anblick der Fotos war meine Reaktion und Schlussfolgerung womöglich etwas zu voreilig.

Sollte sich herausstellen, dass der Wolf in diesem einen Fall nicht der Urheber dieses tragischen Vorkommnisses ist, wäre das einer der Ausnahmefälle. Das allerdings ändert nichts an meiner Haltung, wonach der Wolf als Raubtier für viele Nutztiere in unserer kleinräumigen Gegend ganz grundsätzlich eine grosse Gefahr darstellt. Warum? Viele - per DNA-Test nachgewiesene - Fälle gerissener und qualvoll verendeter Nutztiere (Schafe, Kühe, Rinder, Kälbchen) haben in den letzten Jahren leider gezeigt, wie gefährlich und immens die Zerstörungskraft des Wolfes sein kann.

Es stellen sich folgende Fragen:

  • Wie weit sind Wolfsrisse hinzunehmen?

  • Inwiefern muss der Wolf in unserem kleinräumigen Raum überhaupt akzeptiert werden?

  • Ist es normal, dass ein Wolf durch Vorgärten und Gartensitzplätze spaziert, wie in Giswil im Mai 2020?

  • Soll man mit der Schulter zucken, wenn Nutztiere ganz offensichtlich bis an den Rand ihrer Erschöpfung gejagt werden und deswegen zu Tode stürzen und verenden?

  • Ist es vermessen zu fragen, was noch alles passieren muss, bis die Bewegungsfreiheit eines Raubtieres endlich eingeschränkt und kontrolliert werden kann?

  • Ist das Leben des Wolfes höher zu gewichten als das unserer Nutztiere?

  • Müssen Halter von Nutztieren, die damit ihr Auskommen erzielen, akzeptieren, dass ihre Tiere in den Alpen jederzeit gerissen werden können? So nach dem Motto: «Pech gehabt»?

  • In unseren Alpen sömmern die Nutztiere mit den Bauernfamilien und ihren Kindern. Kinder sind es gewohnt, in der Alpenwelt draussen zu spielen und die Umgebung zu erkunden. Ich weiss, wovon ich spreche; als Tochter einer Bauernfamilie mit 6 Monaten Alpzeit haben wir das Erforschen der Gegend, das Spielen auf den Alpweiden und im Wald geliebt. Was ist, wenn eines Tages (Klein-) Kinder vom Wolf angefallen werden? Müssen wir das herausfordern?

 

Was auch immer die Untersuchung des aktuellen Falles für ein Resultat bringen wird. Ich setze mich dafür ein, dass die Ausbreitung des Wolfes künftig reguliert werden kann. Durch den Wolf ist nachweislich zu viel Unheil angerichtet worden, jährlich werden 300 bis 500 Tiere gerissen.

Ich gewichte das Leben von Nutztieren in den Alpen höher als das eines frei herumlaufenden Raubtieres. Dass Land- und Alpwirte ihre Kühe, Schafe und Rinder unbesorgt auf ihren Weiden sömmern können, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

© 2020 Monika Rüegger

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